Psychologische Fehler vermeiden
Psychologische Fehler vermeiden: Wie du besser an den Finanzmärkten handelst
An den Finanzmärkten gibt es viele psychologische Fallen, in die auch erfahrene Anleger und professionelle Investoren oft tappen. Diese Fehler können deine Rendite deutlich schmälern und dazu führen, dass du nicht dein volles Potenzial ausschöpfst. In diesem Artikel erfährst du, welche psychologischen Fehler es gibt, wie du sie vermeidest und wie du deine Emotionen im Griff behältst, um erfolgreicher zu handeln.
Typische psychologische Fehler an der Börse
- Herdenverhalten
Die Märkte können von einer kollektiven Stimmung beeinflusst werden, und du kannst leicht in die Falle tappen, den Entscheidungen der Mehrheit zu folgen. Dabei vernachlässigst du möglicherweise deine eigenen Analysen. Der Herdentrieb führt oft in Haussen zu Blasenbildungen oder Baissen und Krisenzeiten zu Panikverkäufen. - Bestätigungsfehler (Confirmation Bias)
Du suchst gezielt nach Informationen, die deine bereits bestehenden Überzeugungen stützen. Gegenteilige Signale oder kritische Fakten ignorierst du, was deine Entscheidungsfindung verzerrt. Wir sind alle zu jeder Zeit in sogenannten Blasen unterwegs, was unsere persönliche Einschätzung beeinflusst. - Selbstüberschätzung (Overconfidence)
Viele Anleger überschätzen ihre Fähigkeiten, den Markt vorherzusagen. Dies führt oft zu übermäßigem Risiko oder unvorsichtigen Trades. Die Folge: Verluste, die durch ein bewährtes Regelwerk vermeidbar gewesen wären. - Verlustaversion (Loss Aversion)
Verluste schmerzen dich mehr als Gewinne Freude bereiten. Diese Tendenz führt oft dazu, dass du an verlustreichen Positionen zu lange festhältst und Gewinner zu früh verkaufst. Wenn das auch bei dir so ist, dann bist du NORMAL. Lerne diese Schwäche in den Griff zu bekommen. - Verankerungseffekt (Anchoring)
Anleger neigen dazu, sich an bestimmten Preisniveaus oder Werten festzuhalten, selbst wenn sich die Marktbedingungen geändert haben. Diese "Anker" können deine Urteilsfähigkeit beeinträchtigen. Zumeist wird der Einstieg in eine Position als Anker gesetzt! Dem Markt ist es aber egal, wo du dich zum Einstieg durchgerungen hast. - Aktualitätsfehler (Recency Bias)
Du legst übermäßig viel Wert auf kürzlich eingetretene Ereignisse und denkst, dass diese Trends sich fortsetzen werden. Dies kann dich von einer langfristigen Strategie abbringen. Gerade wer viele News verfolgt, dem droht das große Ganze aus dem Bickfeld zu gleiten. - FOMO (Fear of Missing Out)
Die Angst, eine Gelegenheit zu verpassen, treibt uns Menschen dazu, in überhitzte Märkte einzusteigen, ohne dass wir die Risiken ausreichend abwägen. Dies führt nicht nur zu Fehltrades, sondern auch die Gewichtung des Risikos wird verschoben. - Panikverkäufe
Wenn der finanzielle oder auch mentale Schmerz überwiegt, dann übermannt uns das bohrende Gefühl einen Schlussstrich ziehen zu müssen, um dem Schmerz ein Ende zu setzen. Auch wenn der Schmerz sehr konkret aufzeigt, das schon einiges schief läuft und noch viel zu lernen ist, die Panikverkäufe kommen zumeist zum falschen Zeitpunkt. In Marktkrisen handeln wir zu emotional und verkaufen aus Panik. Dies realisiert Verluste, die oft nur vorübergehend gewesen wären, wenn wir rational gehandelt hätten. Vorausgesetzt du arbeitest mit bewährten Strategien, die einen Gewinnvorteil aufzeigen.
Wie du psychologische Fehler vermeidest
Erstelle klare Regeln und halte dich daran
Ein Plan mit festen Ein- und Ausstiegskriterien hilft dir, impulsive Entscheidungen zu vermeiden. Dein gesamtes Risikomanagement muss zu deinem Tradingoder Investieren passen. Wer noch glaubt, eine einfache Stop-Loss-Order wäre ein ganzheitliches Risikomanagement, wird noch einiges an der Börse lernen (müssen).
Sei dir deiner Schwächen bewusst
Selbstreflexion ist der Schlüssel. Du musst deine eigenen Schwächen erkennen, wie z. B. Verlustaversion oder Selbstüberschätzung, und daran arbeiten, rational zu handeln. Fortbildung hilft dir, psychologische Stolperfallen zu vermeiden. Zur Fortbildung gehört es aber auch erfolgreichen Anlegern, Tradern und Investoren zuzuschauen, die ihre Schwächen und daraus resultierende Probleme im Griff haben. Schau in unsere Webinare rein!
Behalte einen langfristigen Fokus
Definiere klare, langfristige Ziele und bleibe dabei. Marktschwankungen können kurzfristig ablenken, aber ein langfristiger Anlagehorizont hilft dir, emotional stabil zu bleiben. Diversifikation ist ein weiteres Mittel, um Risiken besser zu verteilen. Achte darauf, Klumpenrisiken zu vermeiden!
Nutze ALLE Risikomanagement-Techniken
Ein ganzheitliches Risikomanagement ist keine Raketenwissenschaft und lässt sich auf deine Bedürftnisse optimieren. So minderst du emotionalen Druck und machst unvermeidbare Verluste verkraftbar. Alles Weitere mit konkreten Tipps in Teil 1 unseres TB-Universums!
Setze auf eine systematische Entscheidungsfindung
Datenbasierte Analysen und bewährte Konzepte helfen dir, rational zu bleiben und emotionale Entscheidungen zu vermeiden.
Hole dir externe Beratung
Gerade am Anfang sind Mentoren wichtig! Schau dir den Sport an: Selbst (oder gerade) die besten Sportler haben immer Trainer und erfahrene Mentoren an ihrer Seite. Mentoren helfen dir objektive Entscheidungen zu treffen und begleiten dich in deinem individuellen Entwicklungsprozess. Auch der Austausch mit erfahrenen Anlegern in unserer Communities ist wertvoller als viele auf den ersten Blick meinen. Sei bereit deine Perspektiven regelmäßig zu hinterfragen.
Emotionen kontrollieren
Techniken wie Achtsamkeit oder gezieltes Stressmanagement helfen dir, impulsives Verhalten zu vermeiden. Eine klare Routine für die Analyse und das Traden und Investieren stabilisiert deine Emotionen gerade in volatilen Marktphasen.
Überprüfe dein Portfolio regelmäßig
Selbstverständlich! Oder? Nimm dir regelmäßig Zeit, um dein Portfolio objektiv zu überprüfen. So vermeidest du, dass du dich auf Einzelereignisse fixierst und kannst fundierte Anpassungen vornehmen. Test: Kannst du dein Portfolio unserem Konzept der Vermögenspyramide (Grafik oben) zuordnen? Wenn nein solltest du hier "schnell" aktiv werden.
Lerne, Verluste zu akzeptieren
Verluste gehören zum Börsengeschäft. Wenn du lernst, sie als Teil des Prozesses zu akzeptieren, wirst du langfristig bessere Entscheidungen treffen, ohne emotional zu reagieren.
Rebalancing
Durch regelmäßiges Rebalancing stellst du sicher, dass deine Portfolio-Gewichtung wieder den ursprünglichen Zielen entspricht und emotionale Entscheidungen keine zu große Rolle spielen. Das Gewichten deines Marktrisikos ist ein regelmäßiger Teil der Portfolio-Überprüfung.
Gute Informationen
Sich ausschließlich auf YouTube oder Facebook, aber auch Google (alle Medien, besonders jene, die permanent ihre Sachlichkeit betonen und Meinungen präsentieren) zu verlassen, führt fast unweigerlich in eine Filterblase. Warum? Die Algorithmen dieser Plattformen sind darauf ausgelegt, dir Inhalte zu zeigen, die sie für DICH relevant halten – oft auf Basis deiner bisherigen Interaktionen. Das mag für die Urlaubsplanung in Ordnung sein, aber für fundierte Entscheidungen an der Börse ist es unzureichend. Achte darauf, dich auf faktenbasierten und zuverlässigen Quellen zu bewegen. So stellst du sicher, dass deine Entscheidungen ausgewogen und fundiert sind. Doch eines ist klar: Gute und verlässliche Daten werden zunehmend schwerer zugänglich – und teurer.
Folgend ein paar emotionale Stolpersteine, die uns immer wieder in unseren Webinaren von euch berichtet werden!
Überzogene Emotionalität
Trading kann eine emotionale Achterbahnfahrt sein, und es besteht ein Suchtpotenzial. Wer die Börse als Casino betrachtet, kann hoch fliegen, aber auch tief stürzen. Erfolgreiches Trading hat nichts mit Zockerei zu tun – es ist oft eine geduldige, sogar langweilige Tätigkeit.
TB-Tipp: Emotionen wie Angst, Gier, Panik und Euphorie musst du unter Kontrolle bekommen, wenn du an den Märkten Erfolg haben willst. Dazu musst du dich selbst kennen und dir deiner Stärken und Schwächen bewusst sein. Einsicht ist der erste Schritt zu Besserung!
Zeitdruck
Zeitdruck ist ein schlechter Ratgeber. Wenn du dich unter Stress setzt, triffst du eher impulsive Entscheidungen. Nimm dir Zeit für deine Trades und vermeide es, in hektischen Situationen zu handeln.
"Falk, du sprichst mir zu langsam und ich lasse deine Videos immer auf doppelter Geschwindigkeit ablaufen!" Kennst du diesen Gedanken?
TB-Tipp: Handle nur, wenn du genug Zeit hast und dein Kopf klar ist. Trading unter Zeitdruck ist eine Einladung zu Fehlern. Denke mit und versuche meine Ausführungen wirklich zu verstehen. Kannst du meine Ansichten nach dem Video eigenständig wiederholen? Du musst ja nicht meiner Meinung sein. Wenn nein, du also meine Ansichten nicht einmal direkt nach dem Video wiederholen kannst, aber meinst mich zu verstehen, dann machst du dir was vor. Nimm dir Zeit und lerne! Wenn du so gut geworden bist, dass du auf eigenen Beinen stehen kannst, dann höre meine Videos gerne in 10facher Geschwindigkeit!
Konzentration auf die falschen Informationen
Der Experte "XY" hat gesagt oder die Zeitung "YZ" hat geschrieben, dass ....
An der Börse wird viel geschrieben. Seit die Chat-Bots mitschreiben, umso mehr! Die Vielzahl an verfügbaren, aber leeren Informationen kann überwältigend sein. Stelle sicher, dass du dich auf relevante Informationen konzentrierst, die deine Strategie unterstützen. Höre auf echte Experten und nicht auf "Schreiberlinge".
TB-Tipp: Auch wir lesen Texte von "Schreiberlingen" oder sehen Videos von "Influenzern". Reflektiere regelmäßig über deine neuen Erkenntnisse und gleiche sie mit deiner bisherigen Meinung ab. Lass dich von guten Argumenten und Fakten umstimmen. So verbesserst du kontinuierlich deine Vorgehensweise.
Fazit zu psychologischen Fehlern
Psychologische Fehler können deine Performance an den Märkten erheblich beeinträchtigen. Doch mit der richtigen Strategie, Disziplin und dem Bewusstsein für deine Emotionen kannst du diese Fehler minimieren und langfristig erfolgreich handeln. Bleibe diszipliniert, halte dich an deine Regeln und reflektiere ständig über dein Handeln – so wirst du die psychologischen Stolperfallen an den Märkten meistern.