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CRB-Index im Big Picture – Rohstoffe gegen Aktien seit über 100 Jahren

Der Rohstoffindex des Commodity Research Bureau

Der CRB-Index wurde 1957 vom Commodity Research Bureau vorgestellt, einem auf die Terminmärkte spezialisierten Forschungs- und Verlagshaus. Er ist damit der älteste der großen Rohstoffindizes. Je nach Datenanbieter trug er im Lauf der Zeit verschiedene Namen, an der Börse heißt er bis heute schlicht CRB-Index.

Ursprünglich bestand der Index aus 28 gleich gewichteten Rohstoffen. Er wurde mehrfach an die Entwicklung der Märkte angepasst. Seit der letzten großen Überarbeitung 2005 enthält er 19 kurzlaufende Terminkontrakte in vier Gruppen. Die erste Gruppe bilden die Energierohstoffe Rohöl, Heizöl und bleifreies Benzin, gewichtet nach ihrem Handelsvolumen. Die zweite Gruppe enthält sieben sehr liquide Rohstoffe, darunter Erdgas, Kupfer und Gold. In der dritten stehen vier weitere liquide Rohstoffe wie Kaffee und Zucker, in der vierten die übrigen, meist aus der Landwirtschaft und den Industriemetallen, darunter Weizen und Nickel.

Jeden Monat wird der Index auf die festgelegten Gewichte zurückgeführt. Was im Vormonat überdurchschnittlich gestiegen ist, wird teilweise verkauft, was zurückgeblieben ist, wird zugekauft. Durch dieses Rebalancing wirkt der Index leicht antizyklisch, einzelne Rohstoffe können ihn nicht auf Dauer dominieren.

Der CRB-Index im Big Picture

Big Picture: CRB-Index in US-Dollar seit 1980 mit Kennzahlen in Euro

Die Grafik zeigt den CRB-Index in US-Dollar, die Kästen rechnen die Kennzahlen in Euro. Darunter stehen die Rückgänge vom jeweiligen Hoch der letzten zwölf Monate. Wir aktualisieren die Grafik regelmäßig.

Über die ganze Strecke seit 1980 kommt der CRB-Index in Euro nur auf 1,39 Prozent pro Jahr. Der CRB-Index ist ein Zyklusmarkt. Vom Rekord im Juli 2008 fiel er bis April 2020 um fast 78 Prozent, und dieses Hoch ist bis heute nicht wieder erreicht. Wer Rohstoffe zur richtigen Zeit hielt, hat dagegen außergewöhnlich verdient, und genau dafür lohnt der Blick auf das große Bild.

Rohstoffe gegen Aktien: die großen Zyklen seit 1913

CRB-Index und S&P 500 seit 1913: Aufwärts- und Abwärtsphasen von Rohstoffen und Aktien

Diese Grafik haben wir aus mehreren Quellen zusammengesetzt, um die Rohstoffe und den US-Aktienmarkt über mehr als hundert Jahre nebeneinanderzustellen. Oben steht der CRB-Index, vor 1979 angenähert über die Erzeugerpreise für Agrarrohstoffe, unten der S&P 500. Blau markiert die Aufwärtsphasen, rot die Abwärtsphasen.

Das Muster ist auffällig: Die großen Rohstoffhaussen fielen oft in Zeiten, in denen Aktien wenig brachten. Von 1968 bis 1980 stieg der CRB-Index mit Ölkrisen und Inflation auf mehr als das Dreifache, der S&P 500 trat von 1968 bis 1982 auf der Stelle und verlor nach Kaufkraft rund zwei Drittel. Umgekehrt lief die große Aktienhausse von 1982 bis 2000 in einer Phase fallender Rohstoffpreise. Von 1999 bis 2008 trug der Superzyklus um China die Rohstoffe, während Aktien ihr verlorenes Jahrzehnt erlebten. Seit 2020 steigen beide gemeinsam.

Für uns heißt das: Wer nur auf Aktien schaut, übersieht die Phasen, in denen das Kapital woanders hinfließt. Rohstoffe gehören deshalb fest in unsere Intermarket-Analysen, mit dem CRB-Index als Messlatte für die ganze Anlageklasse.

CRB-Index im Big Picture seit 1749 mit Jahresrenditen in Euro

Noch weiter zurück reicht der Blick seit 1749. Über mehr als 200 Jahre bewegten sich die Rohstoffpreise in einem breiten Band, erst mit dem Ende der Goldbindung 1971 sprangen sie auf ein neues Niveau.

Wechselwirkung mit den anderen Märkten

Intermarket-Analyse: Kapitalströme zwischen Anleihen, Devisen, Aktien und Rohstoffen

Rohstoffe stehen in ständiger Wechselwirkung mit Anleihen, Währungen und Aktien. Steigende Rohstoffpreise sind oft ein frühes Zeichen für Inflation und damit für steigende Zinsen, und ein schwächerer US-Dollar stützt in der Regel die Rohstoffe. Auf Monatsbasis lief der CRB-Index seit 1980 am engsten mit dem Brent-Ölpreis (Korrelation 0,64), mit dem S&P 500 nur mit 0,30. Diese Zusammenhänge nutzen wir in unserem Research gezielt auf der Suche nach Chancen mit begrenztem Risiko.

Saisonalität: die Monatsmatrix

Monatsmatrix: Monatsrenditen CRB-Index in US-Dollar seit 1980

Die Monatsmatrix zeigt jede Monatsrendite seit 1980. Das erste Halbjahr war im Mittel stärker, der März war in gut zwei von drei Jahren positiv. September und Oktober fielen im Mittel am schwächsten aus. Die Jahre selbst verteilen sich fast genau zur Hälfte auf Gewinn und Verlust, und das unterstreicht noch einmal: Beim CRB-Index entscheidet der Zyklus.

Rohstoffe, Währungen, Anleihen und Aktien beeinflussen sich gegenseitig. Diese Zusammenhänge verfolgen wir Woche für Woche in unseren Intermarket-Analysen und ordnen die Lage zusätzlich über unsere Crash-Indikatoren ein. Mehr zu den TB-Intermarket-Analysen

Weitere Märkte im Big Picture: Rohöl Brent, Kupfer, Gold, Silber, Öl und Gas, Basic Resources, S&P 500, US-Dollar.

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Live dabei im Montags-Webinar

Jeden Montag ab 18 Uhr besprechen wir im kostenfreien Montags-Webinar die Marktlage, Rohstoffe, Währungen und Risiken sowie unsere systematischen Strategien. Deine Fragen beantworten wir direkt im Webinar. Zur Anmeldung für das Montags-Webinar

Daten

CRB-Index in US-Dollar, ISIN LLACRBINDEX5. Langfristgrafik seit 1913: S&P 500 ab 1970 und CRB-Index ab Juli 1979 aus unserer Kursdatenbank, davor S&P Composite nach Robert Shiller (Yale) und Erzeugerpreise für Agrarrohstoffe (US Bureau of Labor Statistics, über FRED), auf CRB-Niveau skaliert.

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